Die Sonneninsel Rhodos, an der Schwelle von Europa zu Asien gelegen, ist Dank Ihrer Vielfältigkeit schon lange ein attraktives Reiseziel. Traumhafte Badestrände, historische Ausgrabungen, alte Kapellen, beeindruckende Gebirgszüge und Bergdörfer haben zu diesem touristischen Erfolg beigetragen. Obwohl diese grösste Insel des Dodekanes gut erschlossen ist, bietet sie auch dem wanderinteressierten Urlauber einzigartige Erlebnisse. Ausserhalb der grossen Touristenzentren im Nordosten der Insel, findet man auch viele ruhige Orte, im Inneren oder im Südwesten. Wir haben unsere Basis in Kiotari gewählt, einem kleinen aufstrebenden Ort, südwestlich vom berühmten Lindos. Busverbindungen sind in dieser Region selten, weshalb ein Mietwagen empfehlenswert ist um die Ausgangspunkte der Wanderungen zu erreichen.
Für Rhodos gibt es Wanderliteratur in Hülle und Fülle: Rother Wanderführer "Rhodos" von Gerd Thiel, mit 41 Wanderungen, dann in der Reihe "Wandern auf Griechischen Inseln" - Rhodos, Karpathos, Kos - südlicher Dodekanes von Dieter Graf mit 13 Wanderungen betreffend Rhodos, und auch im "Rhodos Reiseführer" aus dem Michael Müller Verlag von Hans-Peter Siebenhaar findet man 13 Wanderideen. Eine erste Wanderung hat uns auf den Akramitis geführt, ein Gebirgszug von 825 m.ü.M. mit einer wundervollen Aussicht auf den Attaviros, den südwestlichen Teil von Rhodos und "unserer" nächsten Insel Chalkis.
Damit hatten wir einen ersten Ueberblick was uns alles auf Rhodos erwarten könnte. In der Folge haben wir einige Rosinen aus dem Fundus von Dieter Graf nachempfunden. Besonders gut gefallen haben uns die Wanderungen rund um Monolithos, von Kiotari nach Asklipio, von Laerma zum Moni Thari, von Vlicha nach Lindos und von Salakos zur Kapelle Agios Nikolaos Fountoukli. Die Beschreibungen in Ver- bindung mit den Skizzen und Bilder sind dabei sehr hilfreich um den Weg zu finden. Einzig bei der Wanderung in der Gegend von Embonas ist eine Stelle bei der man querfeldein muss total verwachsen und darum nicht mehr passierbar.
Auch mit dem Rother Wanderführer haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht. Eine herrliche Wanderung ist der Besuch der Epta Piges (Sieben Quellen), ausgehend von Archangelos. Beim Rückweg, waren wir aber froh auch die Beschreibung dieser Tour im Rhodos Führer des Michael Müller Verlages zu haben, denn neue Zäune haben uns zeitweise vom richtigen Weg abgebracht. Eine wundervolle Abendwanderung, ist der Besuch der Grabstätte des Kleoboulos, mit wechselndem Blick auf Lindos und die Bucht.
Diese steinige und kahle Insel, welche nordwestlich von Rhodos liegt, ist von karger Schönheit und ist aus diesem Grund schon bei der Hafeneinfahrt mit der Fähre beeindruckend. Ganz besonders gefallen hat uns der Hafenort Chalki oder Emborio wie der Hauptort auch genannt wird. Abgesehen von diesem stimmungsvollen Fischerdorf, gibt es kaum andere Siedlungen auf der Insel, wenn man von dem verfallenen, geisterhaft verlassenen und kaum besiedelten Chorio und allenfalls vom Kloster Agios Ioannis am anderen Ende der Insel absieht. Obgleich es kaum nennenswerte Strände gibt, ist der Besuch von Chalki für Ruhesuchende durchaus lohnend. Das glasklare Wasser, die freundlichen Einwohner, preiswerte Tavernen entlang der Hafenmole und die plötzliche Hektik beim Einlaufen einer Fähre unterbrechen wohltuend die Stille der Insel. Auch für den Wanderer bieten sich einige Möglichkeiten - denn sogar auf der "Hauptstrasse" kann man ungestört wandern, sofern das einzige Inseltaxi nicht zufälligerweise Touristen zum Klösterchen fährt.
Im Büchlein von Dieter Graf sind zwei Wanderungen auf Chalki beschrieben. Einmal die Rundwanderung an die Kania Beach und vor allem die Inselüberquerung zum Moni Agios Joannou. Bei dieser Wanderung kann man auch die weitgehend zerfallene Festung oberhalb Chorio sowie das unbewohnte Moni Taxiarchis besuchen. Beides sind fantastische Aussichtspunkte. Besonders das Klösterchen am Hang hoch über Emborio bietet einen schattigen Rastplatz mit einem wundervollen Blick zum Hauptort, in die Buchten und nach Rhodos hinüber.
Für Liebhaber von ausgedehnten Wanderungen in unberührter Natur ist Karpathos wahrlich ein einzigartiges Ziel. Das langgezogene, nach Süden gerichtete Eiland ist von einem markanten Gebirge durchzogen, das sich bis zum 1215 m hohen Kali Limni erhebt. Der Norden der Insel mit dem Hafenort Diafani und dem eindrücklichen Bergdorf Olympos ist fast nur über den Seeweg erreichbar. Die Verbindungsstrasse von Spoa nach Olympos ist in sehr schlechtem Zustand und derzeit wegen Erneuerungsarbeiten gesperrt. Südlich von Spoa sind die Strassen meist in sehr gutem Zustand, sodass man die Ausgangspunkte für Wanderungen problemlos erreichen kann. Besonders reizvoll sind die Bergdörfer zwischen Messochori und Menetes. Aber auch Freunde traumhafter Buchten und feinsandiger Strände finden stille Orte zur Erfrischung, wie z.B. die Apella Bucht, Lefkos oder in der Nähe des Hauptortes Pigadia die Bucht von Ammoopi. Busverbindungen gibt es im Süden von Pigadia zu den grösseren Dörfern und teilweise zu den Stränden, im Norden zwischen Diafani und Olympos. Vor kurzem wurde auf der ganzen Insel ein Netz von Wanderwegen erstellt, mit roten Wegweisern, Zeitangaben, sowie rot/schwarzen Markierungen. Leider scheint es dazu keine Wegbeschreibungen zu geben. Obwohl der Flughafen sowie das Strassennetz massiv erweitert werden, ist Karpathos vom Massentourismus bisher verschont geblieben. Für Wanderfreunde und Naturliebhaber eine einzigartige Voraussetzung um die sehr abwechslungsreiche Landschaft zu geniessen.
Karpathos ist für uns eine der attraktivsten Wanderinsel in der Aegäis.Auf Grund der vielfältigen Wanderliteratur dürfen wir annehmen, dass auch andere Wanderfreunde diese Insel regelmässig besuchen. Bei der Vorbereitung der Reise sind wir sehr bald auf den Reiseführer "Karpathos" aus dem Michael Müller Verlag gestossen. Abgesehen von vielen Informationen, Karten und Abbildungen, sind auch 22 Wanderungen auf Karpathos sowie 2 Wanderungen auf Kassos beschrieben. Genial ist, dass die Autoren Antje & Gunther Schwab auch GPS Wegpunkte zum Download kostenlos zur Verfügung stellen. Die gleichen Wanderungen können auch mit GPS-Tour.Info heruntergeladen werden. Mit diesem Hilfsmittel kann die Orientierung wesentlich vereinfacht werden und man hat jederzeit eine Bestätigung, dass man auf dem richtigen Weg ist.
Ein weiteres Büchlein, das wir verwendet haben, ist der Wanderführer aus dem Goldstadt Verlag "Karpathos, Saria, Kassos" von Dr. Ulrich Enzel. Das liebevoll gestaltete Büchlein mit 25 Wanderungen auf Karpathos, sowie weiteren Wanderungen auf Saria und Kassos, hat uns Ideen gegeben für neue Kombinationen. Ergänzend zu den erwähnten Büchern, haben wir auch den bereits unter dem Abschnitt Rhodos und Chalki erwähnten Wanderführer von Dieter Graf verwendet, der mit 9 Wanderbeschreibungen von Karpathos und deren 2 von Kassos aufwartet. Im Bookshop in Pigadia haben wir zudem eine kleine Broschüre zum Preis von 5 Euro gefunden, die vom holländischen Autor Wil Senho verfasst worden ist. Das Büchlein vermittelt einige Wanderideen, ist aber in Bezug auf das Kartenmaterial eher einfach gestaltet.
Am Meisten beeindruckt haben uns die Wanderungen von Lefkos nach Messochori - leider durch das Waldbrandgebiet von 2004 - und von Messochori nach Spoa über den Sattel mit den Windmühlen. Beide Wanderungen führen hoch über dem Meer durch eine bezaubernde Landschaft. Der Besuch des traumhaft gelegenen Bergdorfes Messochori mit seiner imposanten Kirche über der Quelle ist ebenso empfehlenswert wie eine Rast bei Evgenia, der Wirtin im Restaurant To Steki. Nicht fehlen darf auch die Besteigung des höchsten Berges von Karpathos, dem Kali Limni. Von der Lastos-Hochebene aus, ist dies bei gutem Wetter lohnend und leicht machbar. Der Aufstieg bis zur Lastos-Alp ist - sofern man nicht per Auto anfahren will - eine Ausdauerleistung. Aufstiegsmöglichkeiten gibt's praktisch von allen Seiten. Bei Thanassis dem Wirt der kleinen Taverne Kali Kardia in Lastos, kann man sich nicht nur nach der Besteigung stärken, sondern es gibt auch einige wenige Zimmer zum Uebernachten. Weitere herrliche Touren lassen sich in den Bergdörfern zwischen Piles, Othos, Volada und Aperi realisieren oder aber zwischen Arkassa, Menetes, Pigadia und Amopi.
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