In diesem Kapitel finden Sie Informationen zu folgenden Inseln:
Kleine Kykladen
Paros
Naxos
Santorini
Amorgos
Ios
Die kleinen Kykladen liegen südöstlich von Naxos und bestehen im wesentlichen aus vier bewohnten und einer Vielzahl unbewohnter Inseln. Abgesehen von Iraklia, Schinoussa und Pano Koufonissi gehört auch Donoussa zur gleichen Inselgruppe. Diese Insel liegt deutlich östlicher und ist darum auf nebenstehender Karte nicht sichtbar. Abgesehen von einzelnen grossen Fähren welche von Naxos oder Amorgos her die kleinen Kykladen anlaufen ist in der Hauptsaison täglich die "Express Skopelitis" von Amorgos nach Naxos und zurück unterwegs mit Halt auf allen Inseln mit Ausnahme von Donoussa das seltener angefahren wird. Iraklia, Schinoussa und auch Donoussa sind vom Tourismus wenig tangiert und demzufolge bieten diese Inseln dem ruhesuchenden Wanderer gute Urlaubsbedingungen. Demgegenüber ist Pano Koufonissi in den Sommermonaten schon wesenlich lebhafter. Abgesehen von den attraktiven Badebuchten und dem hübschen Hauptort gibt es auf der Insel aber wenig Alternativen. Trotzdem können Wanderfreunde auf der flachen Insel auf Ihre Rechnung kommen falls man mit kleinen Touren zufrieden ist.
Der höchste Punkt von Koufonissi liegt auf 114 m.ü.M. und ist über einen Eselweg erreichbar, der leider wenig gebraucht wird und teilweise, als Zufahrtsweg zugeschüttet wurde. Die Tour kann man hinter dem Heliport nördlich des Hauptortes beginnen, wo nach wenigen Metern der Monopati links abzweigt. Alternativ kann man auch das Fahrsträsschen weitergehen bis zum Betonwerk und dann weiter Richtung der kleinen Kapelle Profitis Ilias, die etwas unterhalb des Gipfels liegt. Möglich ist auch der Aufstieg über das Strässchen bis zum Sattel mit einer Art Tankstelle, von wo man relativ rasch zum Gipfel gelangt. Die kurze Anstrengung wird mit einer tollen Aussicht belohnt!
Eine weitere relativ einfache Tour ist die Inselumrundung. Vom Anleger her oder am Ende der Hauptgasse geht man im Uhrzeigersinn in nordwestlicher Richtung über ein kleines Fahrsträsschen, das beim Schiffswerft und der Windmühle vorbeiführt und bei der rel. neuen Kläranlage endet. Von dort muss man sich etwas vom Instinkt leiten lassen, und sich in Richtung des bereits oben erwähnten Sattels durchschlagen. In der Nähe der Tankstelle sucht man einen Durchgang um dann in östlicher Richtung querfeldein zu gehen. Bald sieht man unter sich den Strand und die Bucht von Pori. Ueber Feldwege geht es hinunter, vorbei an Tavernen und dann über eine Wegspur der attraktiven Küste entlang beim Weiler Finikas vorbei nach Koufonissi zurück. Falls man keine zu grossen Umwege macht, ist man in ca. 3 Stunden am Ziel.
Paros liegt sehr zentral in der Aegaeis und ist einer der Knotenpunkte der Fährverbindungen. Die Insel ist sanft ansteigend bis zum höchsten Punkt dem Agios Ilias mit 755m. Viele schöne Strände und das pulsierende Leben in den typischen Kykladensiedlungen von Parikia, dem Hafenort und Hauptstadt sowie Naoussa dem Fischerdorf im Norden der Insel, haben zu der nachhaltigen touristischen Entwicklung beigetragen. In den übrigen Gebieten der Insel ist es viel ruhiger geblieben und für den geniessenden Wanderer gibt es herrliche Möglichkeiten. Auch auf Paros wurde Marmor abgebaut und zwar unterirdisch. Der Paros Marmor war sehr beliebt, weil er das Licht bis zu einer Dicke von 3,5 cm durchscheinen lässt. Lohnend ist auch ein Ausflug auf die Nachbarinsel Antiparos, welche mit regelmässigen Fährverbindungen ab Pounda bedient wird.
Wandern auf den Kykladen von Dieter Graf enthält fünf Wandervorschläge (Nr. 19 - 23) auf Paros und Antiparos. Auf Antiparos ist die Wanderung zu den Höhlen von Spilion Agiou Ioannou beschrieben, deren Besuch sehr eindrücklich ist. In Paros selbst sind herliche Wanderungen dokumentiert wie beispielsweise von Lefkes über die byzantinische Strasse an die Oststrände, oder am Agios Ilias vorbei nach Aliki im Süden. Zwischen Parikia und Naoussa gibt es zwei Alternativen; entweder von Bucht zu Bucht, oder aber über die Marmorbrüche.
Im Reiseführer Paros - Antiparos von Dirk Schönrock / Eberhard Fohrer sind weitere 12 Wanderungen beschrieben, teilweise mit gleichen oder ähnlichen Zielen. Im Inhalts- verzeichnis sind alle Wanderungen erwähnt. Das Buch gibt auch sonst sehr viele wertvolle Informationen über die beiden Inseln.
Trotz der Grösse von Naxos ist die touristische Entwicklung im Vergleich zu Paros - aber auch zu Mykonos und Santorini - zurückgeblieben. Bei der Ankunft im Hafen von Naxos kann man sich noch kaum ein Bild machen über die vielfältigen Landschaften, welche sich im Inneren der Insel verbergen. In der Tat sind die kahlen Bergflanken rund um Naxos City kaum repräsentativ für das was uns erwartet. Hingegen ist die Stadt Naxos selbst eine kykladische Bilderbuch Siedlung. Ueberragt von einer venezianischen Burg, schmiegen sich die Häuser an den Burghügel. Die lebhaften Gässchen, ein Gewirr von Treppen, schattigen Passagen, mittelalterliche Fassaden mit Marmor und Wappen verziert, machen diese stimmungsvolle Stadt zum Erlebnis. Es erstaunt darum nicht, dass Naxos für Wanderer sehr viel bieten kann.
Im Reiseführer Naxos von Dirk Schönrock und Eberhad Fohrer sind 13 Wanderungen dokumentiert wie folgt: Westküste südlich von Naxos-Stadt: 2 Wanderungen Tragea Hochebene: 5 Wanderungen Zas und Umgebung: 5 Wanderungen Inselnorden: 1 Wanderung
Dieser Reiseführer enthält viele weitere interessante Informationen zu Naxos.
Ein Buch von Christian Ucke und Dieter Graf, welches 2003 erschienen ist mit dem Titel: Naxos und kleine Kykladen - 30 Wanderwege auf fünf Inseln mit GPS-Koordinaten- enthält vereinzelt Wanderungen/Wanderziele aus dem Büchlein Wandern auf den Kykladen. Wandergebiete: Naxos-Stadt: 2 Wanderungen Südwestküste: 4 Wanderungen Inselmitte: 15 Wanderungen Nordostküste: 3 Wanderungen Nordwestküste: 2 Wanderungen Kleine Kykladen: 4 Wanderungen (4 Inseln)
Im Büchlein Wandern auf den Kykladen von Dieter Graf, Ausgabe 1999, sind sechs Wandervorschläge auf Naxos zu finden (Nr.13 - 18). Die meisten der Wanderungen sind in der Tragea Hochebene, einem idealen Wandergebiet. Auch die Besteigung des höchsten Berges, dem etwa 1000 m hohen Zas ist beschrieben. Daneben sind noch weitere sehenswerte Ziele zu Fuss erreichbar wie beispielsweise die Monumentalstatue des Kouros, die alte Drosiani-Kirche, aber auch weitere Tempel, Klöster oder die venezianischen Wohntürme welche Pyrgi heissen.
Es gibt wohl kaum ein eindrücklicheres Erlebnis in der Aegaeis als die Einfahrt mit der Fähre in die Caldera (Kraterbucht) von Santorini. Egal ob man von Naxos/Ios oder aber von Kreta her kommt, es ist einfach überwältigend zu sehen wie die Dörfer Ia, Imerovigli, Firostefani und die Hauptstadt Thira (Fira) wie ein Schneehäubchen auf dem fast senkrecht abfallenden Kraterrand liegen. Hier kann man sich am besten vorstellen mit welcher Urgewalt der Vulkangipfel vor ca. 3500 Jahren explodiert ist und der Krater vom Meer überspült wurde. Eindrücklich ist auch die Vorbeifahrt am Nea Kameni, der noch aktiven, rabenschwarzen Vulkaninsel im Zentrum des Kraters. Thirassia auf der Gegenseite von Santorini, ist auch ein Teil des Kraterrandes der die Katastrophe überdauert hat. Abgesehen von den faszinierenden vulkanischen Phänomenen bietet Santorini eine einmalige Ausgrabungsstätte bei Akrotiri, einer Siedlung welche damals vollständig verschüttet und damit konserviert wurde. Es ist darum kein Wunder, dass all diese Attraktionen Santorini zu einem der Touristenzentren der Kykladen gemacht hat.
Eine der schönsten Wanderungen auf Santorini ist die Kraterrandwanderung von Fira nach Ia. Diese und sechs weitere Wanderungen finden Sie im Reiseführer Santorini von Dirk Schönrock/Eberhard Fohrer beschrieben.
Im Büchlein von Dieter Graf Wandern auf den Kykladen sind neben dem Klassiker noch vier weitere attraktive Wanderungen dokumentiert. Gefallen hat uns auch die Route von Emporio (oder Perissa) nach alt Thera (Ausgrabungen). Von dort kann man auch den Profitis Ilias besteigen um danach am Lava-Kieselstrand von Kamares ein erfrischendes Bad zu nehmen.
Santorini - Kraterrandwanderung: Mit diesem Link können Sie ein Kurzvideo betreffen diese traumhafte Wanderung betrachten. Viel Vergnügen!
Eine langezogene schmale Insel am Ostende der Kykladen, mit schroffen Steilküsten, mit einem Kloster, das wie ein Schwalbennest an der Felswand klebt, steht in starkem Kontrast zu Naxos und Paros. Noch kaum vom Tourismus tangiert, sehr ursprünglich und ruhig, ist Amorgos für Wanderer prädestiniert. Mit der Fähre kommt man in der Regel im Haupthafen von Katapola an, am Ende einer geschützten, tiefen Bucht gelegen. Es gibt aber auch Fährverbindungen in den Hafen von Aegiali. Hoch über Katapola liegt die Chora. In diesem Bereich leben auch die meisten Einwohner. Von da aus durchquert man in nordöstlicher Richtung ein kaum bewohntes Gebiet um den kleinen Hafenort Aegiali zu erreichen. Die Bergdörfer im Hinterland von Aegiali sind Juwele in Bezug auf Architektur und Lage. Der Südwesten von Amorgos in der Gegend von Arkessini ist touristisch noch weniger erschlossen. In den wenigen Ebenen wird aber etwas Landwirtschaft betrieben.
Eine unvergessliche Wanderung auf Amorgos ist die Inselüberquerung auf einem alten Eselspfad von Aegiali nach Chora. Eine Beschreibung - allerdings in Gegenrichtung - ist im Reiseführer Kykladen von Eberhard Fohrer zu finden. Der Weg ist teilweise mit Tafeln markiert, nicht immer ganz einfach zu finden, aber er führt voll von überraschenden Ausblicken zum Moni Chozoviotissa und zur Chora. Weitere lohnende Wanderungen sind der Fussweg von der Chora nach Katapola, oder von Arkesini nach Katapola.
Im Büchlein von Dieter Graf Wandern auf den Kykladen, hat uns die Route "Ueber der Bucht von Aegiali" begeistert. Der Aufstieg nach Langada, die Besichtigung des Dorfes, die intakten Eselspfade, das Kloster Agios Joannis Theologos und der Rückweg über das Bergdorf Tholaria mit immer wechselndem Blick auf den Ormos Aegiali ist traumhaft schön. Neben dieser Wanderung sind noch drei weitere Routen dokumentiert, welche zum Teil ähnlich verlaufen wie im Reiseführer Kykladen beschrieben.
Ios wird in der Hochsaison von den Jungen in Beschlag genommen, die ein unglaubliches Unterhaltungsangebot vorfinden mit permanenter Partystimmung. Es erstaunt darum nicht, dass Ios von Ruhe suchenden Weltenbummler eher negativ wahrgenommen wird. Allerdings findet Jubel, Trubel, Heiterkeit nur in dem begrenzten Raum zwischen dem Hafen Gialos, der Chora und dem Mylopotas - Strand statt. Der Rest der Insel ist darum fast menschenleer. Trotz des Rummels lohnt sich der Besuch der Chora - vorzugsweise dann wenn die Ramba Zamba Gäste sich am Strand erholen - denn die Architektur und die Lage des Ortes sind einmalig. Ein beliebtes Ausflugsziel ist auch die Manganari Bucht mit schönem Strand. Von Gialos aus fahren täglich Motorboote an die Südspitze. Für Wanderer gibt es einzelne Möglichkeiten, allerdings sind die Eselspfade mangels einer intakten Landwirtschaft oft verwachsen.
Das schon oft zitierte Büchlein Wandern auf den Kykladen von Dieter Graf enthält zwei Wandervorschläge für Ios: Zwei Sandstrände (Mylopotas - Sapounochoma) Zwei Berge (Profitis Ilias - Pirgos) Letzteren haben wir nachempfunden. Aber wie gesagt die Pfade sind mehrheitlich verwachsen, weil nicht mehr gebraucht und teilweise nicht ganz einfach aufzuspüren. Die Bemerkung des Autors "Fakire können auch in kurzen Hosen wandern" ist durchaus berechtigt. So oder so die Aussicht auf dieser Tour ist einzigartig.
Im Buch von Eberhard Fohrer Kykladen findet man eine Alternative zur Gipfelwanderung: Bis zur Pilgerkirche Agios Ioannis und dem Gipfel des Pirgos ist der Weg identisch. Danach besteht die Möglichkeit den Abstieg über die Pilgerkirche Kalamos zu nehmen um anschliessend über eine Piste den Strand von Mylopotas zu erreichen. Für die Wanderung benötigt man etwa 5-6 Stunden und viel Wasser! Ergänzend haben wir kleine Wanderungen ausgehend von Gialos unternommen, welche uns an den Koumbara- und den Valmas-Strand gebracht haben. Dabei kommt man an der Kirche Agia Irini vorbei, welche bei der Einfahrt in den Hafen schon gut sichtbar ist.
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